Das Ende der Freiheit und Wildnis

Das Ende der Freiheit und Wildnis

Zäune, Barrieren und Grenzen

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Überall auf der Welt errichten Menschen Zäune, Barrieren und Grenzen. Sie dienen als geographische Trennung zwischen Ländern, als Umfriedung von Landwirtschaftsflächen, sogar unsere Gärten grenzen wir ein – und das zu Zeiten der Globalisierung in der uns ein „Zusammen“ propagiert wird, sind wir größtenteils nicht mal in der Lage auf einen Zaun zum Nachbarn zu verzichten.

Im Tier- und Naturschutz spielen Zäune und Abgrenzung ebenfalls eine entscheidende Rolle, leider oftmals mit negativen Folgen für viele Tiere. Auch die Eingrenzung von Schutzgebieten kann negative Folgen haben. Bekanntestes Beispiel ist der Wildtierzaun in Botswana. Hauptschuldiger war allerdings, wie kann es auch anderes sein, die europäische Gemeinschaft. Für Rinderexporte forderte man Garantien, dass das Fleisch frei von der Maul- und Klauenseuche war. Daher musste man, wirtschaftlich abhängig von Europa die Wildtiere strickt von den Rinderherden trennen. Die dramatischen Folgen waren, dass die Herden nicht mehr frei Ihren gewohnten Routen folgen konnten und vor den nicht zu überwindenden Hindernissen standen. Abertausende Wildtiere mussten sterben.

Der fast 300 Kilometer lange Khuke Zaun gilt als Paradebespiel von ignoranter, egoistischer Politik. Im ersten Jahr nach dem Bau verendeten beispielsweise geschätzt 250.000 Gnus. Sie wurden unfreiwillig umgeleitet, fanden letztlich von Rindern abgegraste Flächen vor und hatten keinen Zugang zu den natürlichen Wasserquellen und verendeten qualvoll.

Naturschützer, Farmer, Politiker und Forscher streiten über dieses Thema. Jeder möchte seine Interessen vertreten und durchsetzen – leider auch hier ungeachtet der langfristigen Konsequenzen und Rücksicht auf die Belange der Tiere, die meines Erachtens nicht weniger Rechte haben sollten. Es ist nicht unser Planet allein. Rinderhalter wollen die Tiere von beutegreifen schützen, ebenso sollen Zäune Wildtiere davon abhalten die Ernte zu fressen. Zunächst nachvollziehbar, aber der langfristige Preis hierfür wird nicht zu zahlen sein.

Wildschützer wiederum möchten die Reservate oft zum Schutz der Tiere eingezäunt wissen, um es Wilderen und Trophäenjägern Ihre Perversion zu erschweren.  Hier lässt sich allerdings oft feststellen, dass die Tiere oftmals mit frei lebenden Tieren wenig gemeinsam haben. In Nationalparks sind die Tiere stark an Menschen bzw. Fahrzeuge gewöhnt und haben kaum oder gar keine scheu. Die Frage stellt sich ob man überhaupt noch von Wildnis sprechen kann. Traurig, dass es zum Schutz der Tiere überhaupt notwendig ist. Schuld bei den jeweiligen Ländern zu suchen wäre schlicht blauäugig und falsch. EU, USA, China, etc.

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