Das große Artensterben

Das große Artensterben

Durch Menschen verursachte Gründe

Bekannt ist, dass in den vergangenen gut 540 Millionen Jahren bereits 5 Massensterben auf der Erde stattgefunden haben. Ursachen waren unter Anderem Vulkanausbrüche oder Meteoriteneinschläge.

Der Mensch könnte sich hier bald einreihen, wenn nicht bald etwas passiert und jeder Einzelne anfängt einen Beitrag zu leisten und/oder dagegen wirkt. Wir könnten am 6. Massensterben Schuld sein und der nächsten Generation ein Trümmerfeld hinterlassen, sofern Leben für den menschen überhaupt noch möglich sein wird. Denn selbst das Szenario ist näher als viele Menschen sich vorstellen können.

Die durch Menschen verursachten Gründe des Artensterbens

Raubbau

Da Fischfang und Jagd in den seltensten Fällen nachhaltig betrieben werden, sind etliche Arten gefährdet. Hinzu kommt die unabsichtliche Tötung wie in der Fischindustrie der Beifang.

Klimawandel

Aufgrund der Temperaturänderungen sowohl an Land als auch im Wasser, werden viele Arten gezwungen in andere Regionen zu wandern. Ebenso entsteht Nahrungsknappheit und unzureichender Wasserzugang. Auch sehen sich viele Arten aufgrund des Territorialwechsels einem Konkurrenzkampf gegenüber.

Umweltverschmutzung

Ölpest und Plastik in den Ozeanen, Pestizideinsatz in der Landwirtschaft (direkte Einwirkung oder indirekte Einwirkung durch Nahrungsverlust), Schädigung der Fortpflanzungsfähigkeit, Luftverschmutzung.

Lebensraumverlust

Durch industrielle Landwirtschaft, Ausbau der Städte, Abbau von Rohstoffen, Abholzung der Wälder im Allgemeinen und Bau von Verkehrswegen gibt es nicht ausrecihend verfügbaren Lebensraum.

Biologische Invasion

Durch Arten, die von Menschenhand eingeschleppt oder ausgesetzt wurden, werden einheimische Tier und Pflanzen verdrängt.

Bis zu 60.000 Arten sterben jedes Jahr aus!

Bis zu 60.000 Arten könnten jedes Jahr für immer von der Erde verschwinden. Zudem sind gut ein Viertel der Arten bedroht und ebenso die Bestände der noch nicht bedrohten Arten schwindet meist rapide. Die teils unvorstellbaren Ausmaße auch in Bezug auf uns Menschen wird katastrophal sein.

Eine weitere Erkenntnis der Forscher: Die Verteilung der Baumarten verändert sich. Spezies, deren Samen vom Wind verbreitet werden, hätten nun einen Vorteil gegenüber solchen mit Früchten, die auf die Verbreitung durch Tiere angewiesen seien. Vor allem Bäume mit großen Früchten wüchsen oft nur noch nahe den Elternbäumen heran.

Bestäuber schwinden weltweit

Die Folgen des Verlustes an Biodiversität seien denen von Umweltverschmutzung und Überdüngung vergleichbar, schreibt Dirzos Team. Mit jeder Veränderung werde eine Kaskade von Folgeveränderungen in Gang gesetzt. Ein eindrucksvolles Beispiel sei die Bestäubung durch Insekten - wichtig für drei Viertel aller vom Menschen angebauten Nahrungspflanzen. "Bestäuber scheinen weltweit zu verschwinden - sowohl hinsichtlich ihrer Zahl als auch ihrer Artenvielfalt."

Eine weitere Kaskade betreffe die für den Pflanzenanbau relevanten Schädlinge: Fielen deren Fressfeinde - etwa kleine Wirbeltiere - weg, könnten verheerende Massenvermehrungen folgen. Insekten und andere Arthropoden seien für 8 bis 15 Prozent der Ernteverluste bei den wichtigsten Feldfrüchten verantwortlich. "Ohne natürliche biologische Kontrolle könnte dieser Anteil auf 37 Prozent steigen", so die Forscher. Allein in den USA werde der ökonomische Wert solcher Fressfeinde auf 4,5 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt.

Der Verlust an Tierarten werde sich auch auf vielen anderen Wegen auf den Menschen auswirken, betonen die Forscher. Demnach gelten zwischen 23 und 36 Prozent der vom Menschen als Nahrung genutzten Vögel, Säugetiere und Amphibien als bedroht. Indirekt könne vor allem das Aussterben kaum wahrgenommener Begleiter wie Fadenwürmer, Käfer oder Fledermäuse schwerwiegende Folgen haben. Der Klimawandel, das Anwachsen der Weltbevölkerung und der steigende Pro-Kopf-Ressourcenverbrauch verstärkten diese Effekte noch.

"Tiere werden Verlierer sein"

"Die Geschwindigkeit, mit der Tierarten von unserem Planeten verschwinden, ist ein Kennzeichen dieses Zeitalters, ebenso sicher ein Zeichen der menschlichen Dominanz wie unser Einfluss auf den Stickstoff-, Phosphor- und Kohlenstoffkreislauf." Zu diesem Schluss kommen Joshua Tewksbury, Direktor des Luc-Hoffmann-Instituts der Umweltschutzorganisation WWF in Gland, und Haldre Rogers von der Rice University im texanischen Houston.

"Tiere sind den Menschen wichtig, im Vergleich aber nicht so wichtig wie Essen, Arbeit, Geld und wirtschaftliche Entwicklung", schreiben sie in "Science". "Solange wir Tiere in Ökosystemen weiter als irrelevant für diese Grundbedürfnisse halten, werden Tiere die Verlierer sein." Schon bald werde es acht bis neun Milliarden Menschen auf der Erde geben, die Mittelklasse wachse auf drei Milliarden an, die von Städten vereinnahmte Fläche verdopple sich. Den Tieren unter diesen Umständen Platz zum Leben einzuräumen, werde nicht leicht sein.

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