Das große Artensterben

Das große Artensterben

Die Menschheit zerstört alles

Sergey Nivens / fotolia.com

In der Geschichte des Planeten Erde sind über die Millionen Jahre hinweg schon immer Arten ausgestorben oder verdrängt worden. Allerdings muss man lange in die Vergangenheit gehen um eine Art zu finden, welche nicht den Mensch als Hauptursache des Aussterbens hatte.

Entweder durch direkte Ausrottung durch Bejagung oder die Zerstörung des Lebensraums. Ebenso sind Faktoren, dass der Mensch als Beutekonkurrent Meere leer fischt und generell die Beutetiere erlegt. Hinzu kommen vergiftete Gewässer, Pestizide und so weiter.

Es wird nicht mehr lange dauern und wir werden kaum ein Tier mehr in freier Wildbahn erleben dürfen, man kann sich dann auch keine Videos mehr anschauen, sondern wird in Archiven suchen müssen. Es wird Zeit für jeden Einzelnen dem entgegen zu wirken und seinen Beitrag zu leisten, ob Nachhaltigkeit beim Einkauf, Umgang mit der Natur vor seiner Haustür oder aktiv. Zeit den Hintern hoch zu bekommen. Mitleid reicht leider nicht aus.

Auf weitere Folgen wie der zusätzliche Verlust der Lebensgrundlage vieler Menschen, die vom Erhalt der Natur leben, gehe ich nicht weiter ein.

Wir sind die Generation, die zwar die Fehler der vergangenen Jahr und auch heute auszubaden hat, was uns allerdings auch die Verantwortung überträgt für weitere Generationen.

Biodervisität

Es gibt etwa 1,8 Millionen beschriebene Arten auf dem Planeten Erde und immer mehr sind bedroht oder sterben auch aus. Wissenschaftler gehen sogar von bis zu 13 Millionen Arten aus, da schlicht etliche Regionen sowohl in den Tiefen der Meere und auch an Land weitgehend unerforscht sind. Zumindest bezüglich Pflanzenarten und Kleinsttiere.

Ursprünglich starb etwa eine Art auf natürliche Weise pro Jahr aus, mittlerweile gut 130 pro Tag. Der Zeitung an der das Aussterben von Arten rein natürlich war ist wohl dank uns lange vorbei.

Die Entwicklung der Weltbevölkerung

Man muss wohl kein Genie sein um zu verstehen, dass die steigende Weltbevölkerung bereits aktuell ein Problem darstellt. Der Planet wächst nun mal nicht mit. Der Platz wird geringer, nicht nur in Sachen eigenen Lebensraum, sondern auch in Sachen Anbauflächen, Transporte von Konsumgütern. Dadurch natürlich auch steigender Verkehr, mehr Flugzeuge, mehr mehr mehr. Wie gesagt: Der Planet wächst nicht mit. Eine Gesellschaft, die auf u´stetigen Wachsum baut, wird dauerhaft keine Zukunft haben. Weder für sich selbst noch für andere Arten. Es wird nur eine humane Lösung dieses Problems geben, das Wachstum nicht langsamer zu gestalten, sondern nicht mehr zu wachsen. Das sind die unwiderlegbaren Fakten, mit der sich die Gesellschaft und noch weniger die Politiker gerne beschäftigen. Verdrängungstaktik steht im Vordergrund. Das ist allerdings wohl kaum eine Lösung. Es wird zwangsläufig und das in voraussichtlich weniger las 12-15 Jahre zu einem totalen Kollaps kommen. Geht man nun davon aus selbst noch Teil dieser Erde zu sein, sollte man sich selbst einmal Gedanken machen wie das eigene Konsumverhalten aussieht.

Intensive Landwirtschaft schadet der Artenvielfalt

Regelmäßig veröffentlicht die Weltnaturschutzunion (IUCN) ihre "Rote Liste" der bedrohten Arten. Im Dezember 2015 enthielt die Liste etwa 80.000 Arten, 23.250 davon waren laut IUCN vom Aussterben bedroht.

Bei der geschätzten Gesamtmenge scheint das keine große Zahl zu sein. Doch das ökologische Gleichgewicht ist empfindlich. Stirbt beispielsweise eine Pflanze aus, von der sich eine bestimmte Insektenart vorwiegend ernährt, ist auch diese in ihrem Bestand gefährdet.

Die Gründe für das Artensterben sind vielfältig. Aber fast immer ist der Mensch der Auslöser. Alleine der intensiven Landwirtschaft und der monokulturellen Bebauung der Ackerflächen sind viele Tier- und Pflanzenarten zum Opfer gefallen. Insektizide und Pestizide töten nie nur die Schädlinge, sondern schaden auch anderen Lebewesen und Pflanzen. Wird ihr Lebensraum vergiftet, werden sie zurückgedrängt.

Nur in den seltensten Fällen suchen sich die Arten neue Nischen und neue Lebensräume – und selbst wenn das geschieht, müssen aus den neu besiedelten Flächen wiederum andere Arten verdrängt werden.

Auch Wiesen und Weiden, auf denen sich früher verschiedene Arten tummelten, werden weiter vernichtet. Was nicht für die Landwirtschaft gebraucht wird, wird in Bauland umgewandelt oder für Verkehrswege verbraucht.

Dazu kommt noch, dass in den Industrieländern immer weniger Obst-, Gemüse- und Getreidesorten kultiviert werden. Die gängigen Kartoffel- und Apfelsorten, die überall zu kaufen sind, sind nur ein winziger Bruchteil des Sortiments. Doch die anderen Sorten geraten nach und nach in Vergessenheit - langsam sterben sie aus. Dieses Verhalten des Menschen nennt die Umweltorganisation Greenpeace "genetische Erosion". Quelle: Planet Wissen

Quelle der Grafik: Das große Artensterben.

Ökologischer Fußabdruck

Unsere Konsum- und Wegwerfgesellschaft erhöht Ihren ökologischen Fußabdruck nahezu unaufhaltsam. Allein in den letzte 50 Jahren hat sich dieser verdoppelt. Seit 1986 verbrauchen wir mehr als die Kapazität zu Verfügung stellt. Bedeutet, dass wir mehr Erde verbrauchen als sich regenerieren kann. Es wird also höchste Zeit sein eigenes Verhalten zu überdenken und bewusster zu leben.

Lebensraumzerstörung

Das stetige Wachstum der Weltbevölkerung verursacht zwangsläufig einen steigenden Bedarf an Lebensmitteln, etc. Anbauflächen steigen, Wohnraum wird benötigt, mehr Verkehr und so weiter.

Hinzu kommt erschwerend, dass zu wenig in Sachen Weitsicht geplant wird. Nicht nur, dass beispielsweise immer mehr Wohnraum geschaffen wird, sondern gleichzeitig zerfallen nach und nach nutzbare Ressourcen. Hier bedarf es ebenso eine vernünftigen Planung.

Bereits kurzfristig wird man sich global die Frage stellen müssen, wie man das Wachstum der Menschheit aufhält und damit den steigenden Bedarf an allen Ressourcen.

Am Ende bleibt: Eine Gesellschaft deren Grundlage stetiges Wachstum ist, wird schon bald keine Zukunft mehr haben und sich irgendwann in die Reihe der aussterbenden Arten einordnen müssen.

CITES

CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) ist in Deutschland eher als "Washingtoner Artenschutzabkommen" bekannt. Dieses Abkommen verfolgt das Ziel, den internationalen Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen, der pro Jahr einen Umsatz von mehr als 200 Milliarden US-$ erreicht, zu regulieren. Es wurde am 3. März 1973 beschlossen und bisher von derzeit 175 Staaten unterzeichnet. In Deutschland ist es seit dem 20. Juni 1976 in Kraft. CITES beschränkt und kontrolliert den internationalen Handel mit Exemplaren, Teilen oder Produkten von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Das Instrument dazu sind Ein- und Ausfuhrbestimmungen. Derzeit umfasst das Abkommen gut 5.000 Tier- und 28.000 Pflanzenarten, deren jeweiliger Schutzstatus in drei Anhängen festgelegt wird.

Die Delegationen der Unterzeichnerstaaten treffen sich alle zweieinhalb Jahre, um über Aufnahme, Herausnahme oder Umgruppierung von Arten in einen anderen Schutzstatus, über Kontrollmaßnahmen und Auswirkungen ihrer früheren Entscheidungen zu diskutieren.

Rote Listen

Rote Listen sind Verzeichnisse ausgestorbener, verschollener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, Pflanzengesellschaften sowie Biotoptypen und Biotopkomplexe. Sie sind wissenschaftliche Fachgutachten, in denen der Gefährdungsstatus für einen bestimmten Bezugsraum dargestellt ist. In Deutschland sind vor allem die Roten Listen des Bundes und der Bundesländer von Bedeutung, die in der Regel von den Naturschutzverwaltungen erarbeitet bzw. herausgegeben werden. Von insgesamt ca. 45.000 in Deutschland heimischen Tierarten sind beispielsweise mehr als 16.000 Arten (35 %) hinsichtlich ihrer Gefährdung bewertet worden, lediglich 51 % galten nach der Untersuchung als ungefährdet.

Von internationaler Bedeutung und Grundlage nationaler Naturschutzkonzepte ist die von der IUCN herausgegebene und jährlich aktualisierte Liste der weltweit bedrohten Arten.

https://www.bfn.de/0322_rote_liste.html


Quelle: Geographie Infothek
Autor: Sebastian Siebert
Verlag: Klett

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