Endemische Arten

Auch in Deutschland Zuhause

Biologen bezeichnen jene Arten als "Endemiten", die weltweit nur in einem kleinen Verbreitungsgebiet vorkommen. Dies kann z. B. ein Gebirge sein, ein Tal, ein Flusssystem oder ein See. Beispielsweise sind die Darwinfinken auf den Galapagos-Inseln endemisch, da sie nirgendwo sonst vorkommen.

Endemiten sind aufgrund ihres kleinen Verbreitungsgebietes gegenüber Gefährdungen sehr anfällig. So kann die Zerstörung ihrer oft wenigen Vorkommen oder die drohenden Folgen der Klimaänderung rasch zum weltweiten Aussterben von Endemiten führen. Aus diesen Gründen  kommt den Endemiten eine hohe Bedeutung im Schutz der biologischen Vielfalt zu. Der Schutz der heimischen Endemiten liegt ausschließlich in den Händen Österreichs.

Auch in Deutschland Zuhause

Trotz der geografischen Lage, des Klimas, welches auch in vielen anderen Ländern vorkommt, gibt es auch bei uns in Deutschland endemische Arten, wie beispielsweise den Elbebiber oder in der Pflanzenwelt das Federgras.

Das Bayrische Federgras sei laut WWF bisher weltweit nur an einem einzigen Ort nachgewiesen: auf einem Felsen bei Neuburg an der Donau in Bayern. Die gut einen Meter hohe Pflanze wächst auf nur 30 Quadratmetern. Sie blüht im Frühjahr und ist an den langen Grannen zu erkennen.

"Deutschland trägt für diese Tier- und Pflanzenarten eine besondere Verantwortung. Verschwinden die kleinen und sehr spezifischen Verbreitungsgebiete dieser Arten, sterben sie zwangsläufig aus und gehen der Welt für immer verloren", sagte WWF- Artenschutzexperte Volker Homes.

Der Elbebiber ist das einzige typisch deutsche Säugetier Deutschlands, welches endemisch ist. In den Auenwäldern im Einzugsgebiet der Elbe bewohnt der Biber umgebenen Ufer. Die Vegetarier bauen enorme Burgen mit Ästen und Zweigen. Lange aufgrund Fleisches und Fells, ebenso aus medizinischen Gründen (Drüsensekret) verfolgt, zudem aufgrund Entwässerung der Landschaft und Ausbau von fließenden Gewässern an den Rand der Ausrottung gebracht, leben heute gut 6000 Biber dank Ansiedlungsprojekten. Dennoch ist der Elbebiber weiterhin gefährdet. Grund sind die zersplitterten Landschaften, auch Abwässer und Überflutungen als Resultat der Flussbegradigungen.

Eine weitere Art ist der Mosel-Apollofalter

Der Falter lebt, wie der Name schon sagt nur im Moseltal. An den Steilhängen finden die Raupen Ihre Futterpflanzen. Auffällig gekennzeichnet durch die weiß-schwarzen Flügel mit roten Punkten, hat der Mosel-Apollofalter sich ein wenig erholt und kommt an gut 15 Stellen vor, nachdem Pestizideinsätze Ihm schwer zu schaffen machten. Einen Dank an die beteiligten Artenschütze auch an dieser Stelle.

 

In Deutschlands Seen und Flüssen leben nach WWF-Angaben mindestens elf endemische Fischarten, darunter die Große Maräne, die nur noch im Drewitzer See (Mecklenburg-Vorpommern) schwimme oder die Luziner Maräne, die im Breiten Luzin (Mecklenburg-Vorpommern) vorkomme, und die Stechlin-Tiefenmaräne aus dem Stechlinsee in Brandenburg. Nur in Bayern zuhause seien der Königssee-Saibling und der Ammersee-Kilch.

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