Faszination Hai

Unzählige Horrorgeschichten

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Unzählige Horrorgeschichten und Filme rücken den Hai in ein völlig falsches Licht. Selbst wenn man sich die Fakten ansieht und beleuchtet wie oft es zu Unfällen mit Menschen kommt ist selbst der weiße Hai im schlimmsten Falle ein zu großes Kuscheltier. Jährlich kommt es gerade mal zu 6-12 tödlichen Unfällen mit Haien und wie kann es anderes sein - weil der Mensch sich völlig falsch verhält.

Selbst Kühe haben mehr Menschen auf dem Gewissen. Von der bösartiken Kuh, die Menschen anfällt habe ich allerdings noch nichts gelesen und gehört. Dazu werden Millionen!! von Haien jährlich auf bestialische Art von Menschen abgeschlachtet um irgendwelche idiotischen Paradigmen nachzujagen. Ohne es zu sehr zu verallgemeinern schlagen Surfer oftmals verbal auf den Hai ein - naja, als Jogger renne ich auch nicht an einem Löwenrudel vorbei und beschwere mich dann....

Eindrucksvolle Bilder machten die Biologin und Sporttaucherin Ocean Ramsey berühmt, die ohne jeglichen Schutz mit ausgewachsenen weißen Haien schwimmt und taucht. Der Beleg wie friedlich diese Tiere sind.

Gründe für Angriffe

  • Belästigung durch den Menschen: Es gibt Fälle, in denen Personen, meistens Jugendliche, Eindruck bei ihren Altersgenossen schinden wollen, indem sie versuchen, die Flosse eines langsamen Ammenhais zu greifen. Für gewöhnlich verschwinden diese Haie, aber es gab auch Fälle, in denen sie sich umdrehten und die betroffene Person angriffen. Grundbewohnende Port-Jackson-Stierkopfhaie sind bekannt für Bissverletzungen bei auf sie tretenden Badegästen.
  • Verwechslung: Der Hai hält das Angriffsobjekt für Beute, beispielsweise eine Robbe. Ein Weißer Hai (Carcharodon carcharias) kann bei einem solchen Angriff den meisten Schaden verursachen.
  • Neugier: Haiangriffe auf Surfer (Wellenreiter) werden unter anderem darauf zurückgeführt, dass das Surfbrett Geräusche verursacht, die den Hai zu einem „Probebiss“ animieren. Häufig beobachten Weiße Haie Schwimmer und Taucher allerdings auch einfach nur, ohne anzugreifen, und Angriffe bestehen oft aus einem leichten Zugreifen und Festhalten im Gegensatz zu den gegen Beutetiere angewandten kräftigen Tötungsbissen. Das Verhalten gegenüber Menschen wurde deshalb auch als Untersuchung aus Neugier oder agonistisches Verhalten

Die Anatomie des Haies - weißer Hai

Knorpel - Der sehr effiziente Schwimmstil des Hais resultiert aus dem leichten, flexiblen und doch sehr stabilem Knorpelskelett

Muskeln - Zwei Muskelarten, einmal zum spezialisiert auf langsames Langstreckenschwimmen und einmal für "Sprintschwimmen"

Kiemen - Um mehr Sauerstoff zu bekommen pumpen viele Haiarten Wasser durch die Kiemen

Augen - Das Blickfeld beträgt fast 360 Grad, begünstigt durch die seitlich liegenden Augen, bis 50 Meter weit

Thermoregulation - Weiße Haie beispielsweise können Ihre Körperthemperatur selbst regulieren, damit die erzeugte Wärme beim Schwimmen halten (endotherm).

Herz - Der weiße Hai besitzt sehr viel Blut, welches durch ein Zweikammerherz durch den Körper gepumpt wird.

Kiefer - Der Oberkiefer ist nicht fest mit dem Schädel verbunden, so kann der Kiefer beim Biss nach vorne geschoben werden.

Zähne - mehrere Reihen spitzer, gezackter Zähne, die ständig nachwachsen.

Geschmackssinn - Entscheidet ob Beute gefressen wird oder nicht, der Grund weshalb vom Menschen abgelassen wird.

Gehör - Im Wasser verbreitet sich Schall 4 mal schnelle niedrige Frequenzen, wie von verwundeten Tieren werden damit aufgenommen.

Tastsinn - sehr empfindlich, Sie können Bewegungen der Haut von 0,02mm registrieren.

Grubenorgan - Wahrscheinlich registrieren Haie mit ihren Grubenorganen mechanische Reize wie Wasserströmung.

Leber - sehr fettreich, liefert Energie für lange Strecken und unterstützt zudem den Auftrieb

Lorenzini-Ampullen - Sinnesorgane an der Schnauze nehmen elektromagnetische Signale auf und leiten diese weiter.

Nase - Geruchssinn bis 10.000 stärker als bei Menschen.

Die Kommunikation der Haie

Synchron schwimmen - um die Größe zu vergleichen und damit die Rangfolge festzulegen, schwimmen Haie nebeneinander.

Vorbei schwimmen - Zunächst schwommen Sie aufeinander zu und dann knappe aneinander vorbei. Dies dient der Identifikation und der Rang wird bestimmt.

Buckeln - Das Aufstellen der Rückenflosse signalisiert im Normalfall Angriff oder Unterwerfung

Schwanz schlagen - Es wird vermutlich ausgehandelt, wem die Beute zusteht. Wer am kräftigsten schlägt, ist der Sieger

Umkreisen - Ebenfalls zur Rangfolgebestimmung, Identifikation von Feinden und "Begutachtung" möglicher Nahrung.

Nahrung

Haie spielen eine maßgebliche Rolle in den Ökosystemen unserer Ozeane und beeinflussen damit jegliche Form des Lebens. Die Nahrungskette lässt sich sehr einfach auf sämtliche anderen Ökosysteme projizieren und veranschaulicht wie wichtig jedes einzelne Glied ist.

Vereinfacht:

Als Top-Prädatoren sind Sie meist an der Spitze der Nahrungskette, auf Ihrem Speiseplan stehen meist große, mittelgroße Fische, Robben, teils Vögel und Aas. Mittelgroße Fische wiederum die kleineren Fische und so weiter. Die kleinsten nehmen Unmengen Plankton auf, welches mit Hilfe des Sonnenlichtes Fotosynthese betreibt und wächst.

Bleibt - Der Hai reguliert auf natürliche Weise sämtliche Bestände unserer Meere. Ohne Haie würden sich teils andere Fischarten enorm vermehren, Andere wiederum völlig von der Bildfläche verschwinden.

Nahrung des weißen Hais:

  • Robben
  • Fische
  • Teils Wale
  • Aas
  • Ab und an Wasservögel

Das Leid der Haie

Allein 70 Millionen Haie werden jedes Jahr nur wegen Ihrer Flossen getötet. Bei lebendem Leib werden die Flossen abgeschnitten und die Tiere wieder ins Meer geworfen, wo Sie qualvoll verenden. Zudem sterben weitere Millionen Haie durch Beifang, etc..

Für unser Ökosystem unverzichtbar. Verschwinden manche Arten komplett, würde unzählige weitere Fischarten ebenfalls aussterben, zudem:

Ein Verschwinden der Haie hätte dramatische Auswirkungen auf das Ökosystem der Ozeane – etwa durch das ungehemmte Vermehren der Beutetiere und dem damit einhergehenden Rückgang des Phyto-Planktons, das über 70 Prozent des auf der Welt produzierten Kohlendioxids aus der Atmosphäre aufnimmt und in Sauerstoff umwandelt. Damit steht fest: Wenn Haie ausgerottet werden, sind auch katastrophale Auswirkungen auf das weltweite Klima sicher.

Zahlenspiele & Fakten

Topspeed - 80 Km/h - der Kurzflossenmako

Alter - 400 Jahre - der Grönlandhai, der weiße Hai etwa 70 Jahre

Ein Walhai mit 6 Metern länge frisst 21 KG Plangton am Tag

Ältestes Haifossil - gute 400 Millionen Jahre

Innerhalb 24 Stunden wachsen bei manchen Haien die Zähne nach - und das ein Leben lang

50% des Haibestandes sind im Nordwestatlantik seit den 70ern zurück gegangen

Mehr als 500 Haiarten auf der Welt

Alle Weltmeere haben auch große Exemplare

Junge kommen komplett auf sich allein gestellt zur Welt, u. A. mit einem kompletten Satz Zähne

100 Millionen Haie werden jedes Jahr getötet

Je nach Jahr 6-12 Menschen durch Unfälle mit Haien.....

Größter Hai - Walhai (knapp 14 Meter Rekord)

Kleinster Hai - Zwerg-Laternenhai (14-20 cm)

Es gibt Eier legende Haie und Haie die Lebengeburten haben

Bullenhaie können in Süß- und Salzwasser leben

Der Hai hat 7 Sinne

Dem Hai auf die Nase zu schlagen ist nur ein Mythos - die Kiemen sind empfindlich und die Augen

Manche Arten neigen zum Kannibalismus

Wo kommen Haie vor?

Region Haie
Australien Weißer Hai (Carcharodon carcharias), Dornhai (Squalus acanthis), Gewöhnlicher Ammenhai (Nebrius ferrugineus), Gepunkteter Wobbegong (Orectolobus maculatus), Sandtigerhai (Carcharias taurus), Tigerhai (Galeocerdo cuvier), Bullenhai (Carcharhinus leucas), Fuchshai (Alopias vulpinus), Weißspitzen Riffhai (Triaenodon obesus), Schwarzspitzen Riffhai (Carcharhinus melanopterus), Grauer Riffhai (Carcharhinus amblyrhynchus), Riesenhai (Cetorhinus maximus), Großer Hammerhai (Sphyrna mokarran), Blauhai (Prionace glauca), Walhai (Rhincodon typus)
Bahamas Weißer Hai (Carcharodon carcharias), Sandtigerhai (Carcharias taurus), Tigerhai (Galeocerdo cuvier), Bullenhai (Carcharhinus leucas), Fuchshai (Alopias vulpinus), Kurzflossen Makohai (Isurus oxyrinchus), Großer Hammerhai (Sphyrna mokarran)
Florida Weißer Hai (Carcharodon carcharias), Dornhai (Squalus acanthias), Sandtigerhai (Carcharias taurus), Fuchshai (Alopias vulpinus), Riesenhai (Cetorhinus maximus), Walhai (Rhincodon typus)
Hawaii Weißer Hai (Carcharodon carcharias), Tigerhai (Galeocerdo cuvier), Fuchshai (Alopias vulpinus), Weißspitzen Riffhai (Triaenodon obesus), Grauer Riffhai (Carcharhinus amblyrhynchos)
Kanarische Inseln Dornhai (Squalus acanthias), Sandtigerhai (Carcharias taurus), Tigerhai (Galeocerdo cuvier), Walhai (Rhincodon typus)
Karibik Tigerhai (Galeocerdo cuvier), Bullenhai (Carcharhinus leucas), Kurzflossen Makohai (Isurus oxyrinchus), Großer Hammerhai (Sphyrna mokarran), Walhai (Rhincodon typus)
Madagaskar Weißer Hai (Carcharodon carcharias), Bullenhai (Carcharhinus leucas), Fuchshai (Alopias vulpinus), Kurzflossen Makohai (Isurus oxyrinchus), Weißspitzen Riffhai (Triaenodon obesus), Schwarzspitzen Riffhai (Carcharhinus melanopterus), Grauer Riffhai (Carcharhinus amblyrhynchos), Großer Hammerhai (Sphyrna mokarran), Walhai (Rhincodon typus)
Malediven Tigerhai (Galeocerdo cuvier), Kurzflossen Makohai (Isurus oxyrinchus), Gewöhnlicher Ammenhai (Nebrius ferrugineus), Walhai (Rhincodon typus), Fuchshai (Alopias vulpinus), Weißspitzen Riffhai (Triaenodon obesus), Schwarzspitzen Riffhai (Carcharhinus melanopterus), Grauer Riffhai (Carcharhinus amblyrhynchos)
Mittelmeer Weißer Hai (Carcharodon carcharias), Blauhai (Prionace glauca), Kurzflossen Makohai (Isurus oxyrinchus), Sandtigerhai (Carcharias taurus), Riesenhai (Cetorhinus maximus), Großer Hammerhai (Sphyrna mokarran), Fuchshai (Alopias vulpinus), Dornhai (Squalus acanthias), Kleingefleckter Katzenhai (Scyliorhinus canicula), Schwarzspitzen Riffhai (Carcharhinus melanopterus)
Philippinen Weißer Hai (Carcharodon carcharias), Tigerhai (Galeocerdo cuvier), Bullenhai (Carcharhinus leucas), Riesenmaulhai (Megachasma pelagios), Weißspitzen Riffhai (Triaenodon obesus), Schwarzspitzen Riffhai (Carcharhinus melanopterus), Walhai (Rhincodon typus)
Rotes Meer Weißer Hai (Carcharodon carcharias), Gewöhnlicher Ammenhai (Nebrius ferrugineus), Tigerhai (Galeocerdo cuvier), Kurzflossen Makohai (Isurus oxyrinchus), Weißspitzen Riffhai (Triaenodon obesus), Großer Hammerhai (Sphyrna mokarran), Walhai (Rhincodon typus), Sandtigerhai (Carcharias taurus)
Seychellen Weißer Hai (Carcharodon carcharias), Walhai (Rhincodon typus), Gewöhnlicher Ammenhai (Nebrius ferrugineus), Bullenhai (Carcharhinus leucas), Weißspitzen Riffhai (Triaenodon obesus), Schwarzspitzen Riffhai (Carcharhinus melanopterus), Kurzflossen Makohai (Isurus oxyrinchus), Grauer Riffhai (Carcharhinus amblyrhynchos)
Südafrika Weißer Hai (Carcharodon carcharias), Dornhai (Squalus acanthias), Grönlandhai (Somniosus microcephalus), Gewöhnlicher Ammenhai (Nebrius ferrugineus), Sandtigerhai (Carcharias taurus)), Tigerhai (Galeocerdo cuvier), Bullenhai (Carcharhinus leucas), Fuchshai (Alopias vulpinus), Riesenhai (Cetorhinus maximus), Kurzflossen Makohai (Isurus oxyrinchus), Weißspitzen Riffhai (Triaenodon obesus), Schwarzspitzen Riffhai (Carcharhinus melanopterus), Blauhai (Prionace glauca), Walhai (Rhincodon typus)

 

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