Genfood

Segen oder Fluch?

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Die Befürworter sprechen vom Ende des Hungers auf der Welt, die Gegner von reiner Profitgier und unvorhersehbare negative Folgen für Menschen, Natur und Umwelt.

Tatsache ist, dass 1 Milliarde Menschen Hunger leiden, es 7,5 Milliarden Menschen gibt und die produzierte Nahrung für 10 Milliarden Menschen langt. Die heutige Situation wäre also bereits ausreichend, damit kein Mensch Hunger leiden müsste, das spricht nicht gerade für die Verfechter der Gentechnik.

Nach Hochrechnungen werden wir in 2050 genau diese 10 Milliarden Menschen auf der Erde haben und Sie wird auch danach weiter steigen. Wie also die Menschen ernähren ohne Natur und Umwelt weiter zu belasten. Allerdings erscheint es mehr als fraglich in Anbetracht der Tatsachen wie Klimawandel, verschmutztes Trinkwasser, Mikroplastik, Chemie in den Böden und der Luft, dass es bis 2050, wahrscheinlich deutlich zuvor nicht zu einer Vielzahl von ökologischen Katastrophen kommen wird und es in naher Zukunft zwangsläufig zu humanitären Katastrophen kommen wird. Das bedeutet auch, dass viele Menschen diesem Szenarien nicht überleben werden. Das ist die brutale Wahrheit.

Findet man Lösungen allen voran findet die notwendige Bewusstseinserweiterung der Menschen bezüglich Ernährung und Konsum statt, muss man sich dennoch bereits jetzt Gedanken machen wie  das Ökosystem im Gleichgewicht bleibt bei steigender Bevölkerung.

Mehr als genug Gründe für uns die Thematik näher anzusehen.

Bereits seit mehr als 20 Jahren werden gentechnisch veränderte Organismen hergestellt. Für Biogas, Lebensmittel und auch Vitamine wird weiße Gentechnik verwendet. Für Medizinprodukte, wie Impfstoffe oder Gentests wird bereits rote Gentechnik verwendet. Beides ist weitgehend akzeptiert. Grüne Gentechnik, genveränderte Pflanzen hingegen werden in Europa kaum angebaut und sind höchst umstritten.

Evolution und Genveränderungen

Befürworter argumentieren allzu häufig mit der Tatsache, das Genveränderungen auch ein natürlicher Vorgang sein kann. Hierzu ist allerdings zu sagen, dass bei dieser zwar zunächst zutreffenden Aussage die Relation in keinster Weise hinzu gezogen wird.

Gezielte gentechnische Veränderungen werden angelehnt gleichzeitig verändern sich Pflanzen aber auf natürlichem Weg. Sie gibt es tatsächlich – die transgenen Pflanzen, allerdings stehen diese wie gesagt, in keiner Relation zu von Menschen genmanipulierte Pflanzen, wie es bei Soja als Tierfutter statt findet.

Neue Technologie

Das Verfahren in dem bestimmte Stellen der DNA geschnitten und mittels Enzymen wieder zusammen gesetzt werden, war bislang sehr kompliziert und komplex. Die Methode CRISPR-Cas (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats) revoluttionierte das Verfahren. Diese Genscheren sind mittlerweile in der Lage beliebig viele Zierlsequenzen zu programmieren. Es ist ebenso nicht mehr nachzuvollziehen, ob es sich bei der Pflanze um eine natürliche, konventionell gezüchtete oder genmanipulierte Pflanze handelt. Gewünschte Veränderungen können nun Jahre schneller erreicht werden.

Gentechnisch manipulierte Organismen werden nur dann so bezeichnet, wenn die Mutation auf natürlichem Wege nicht möglich wäre – so wird der Europäische Gerichtshof entscheiden....das offene Tor für Gentechnik in Europa.

Weitreichende Folgen

Dem Konsument wird hierdurch die Wahlfreiheit genommen, es wird keine Kennzeichnungspflicht geben. Leider wie so häufig. Eine Folge kann sein, dass die ökologische Landwirtschaft komplett gefährdet ist. Ein Gegenargument ist den Verlust von alten Sorten zu verhindern, man kann das „Beste“ aus Sorten und Wildpflanzen erhalten. Als Beispiel dienen Tomaten, frühere Sorten haben deutlich mehr Geschmack, Grund ist der Verlust der Gene, da auf Ertrag und Haltbarkeit statt auf Geschmack gesetzt wurde. Ergo wird argumentiert man müsse in die Natur eingreifen, weil man zuvor in die Natur eingegriffen hat.

Durch die Gentechnik können die alten Sorten aber wieder eingeführt werden. Ebenso könnte man die Varianten Ertrag, Haltbarkeit und Geschmack kombinieren.

Marktmonopole

Etwa 63 Milliarden Dollar kostete Bayer die Übernahme von Monsanto. Nicht die erste Fusion auf diesem Niveau. Monsanto setzt bereits seit den 90ern Biotechnologie zur Produktion von Saatgut ein. Transgene Maissorten, Menschenrechtsverletzungen, Glyphosat´, etc., das ist Monsanto.

Ganze 4 Konzerne beherrschen den kompletten Markt und damit direkt oder indirekt die komplette Ernährung aller Menschen dieser Erde. Etliche Unternehmen sind hier in den vergangenen Jahren auf der Strecke geblieben.

Bayer liegt bei 27%, Chemchin bei 23%, Dow und Dupont bei 16% und BASF bei 13% des Marktanteils.

Die „Unkraut“vernichter

Schaut man auf die Vergangenheit, stellt man fest, dass Monsanto behauptete, dass keine herbizidresistenten Kräuter entstehen könnten. Gelogen. Monsanto musste längst eingestehen, dass man „Superunkräuter“ zu verantworten hat. Dieses Szenario muss allerdings nicht unbedingt mit Gentechnik zu tun haben, es kann auch Folge der intensiven Landwirtschaft sein. Hier könnte in der Zukunft allerdings die Robotertechnik Abhilfe schaffen. Kleine Roboter, die nur das Unkraut zupfen oder Herbizide nur auf Pflanzen tragen, die Nachteile schaffen.

Das Ende des Welthungers?

Das Argument des Welthungers und das beenden zu wollen nehmen Bayer und Co, allzu gerne in den Mund. Möglich wäre es natürlich, aber das ist es auch bereits jetzt schon. Oder wie lässt sich erklären, dass wir Lebensmittel für 10 Milliarden produzieren, die Landverschwendung für Tierfutter zur Massentierhaltung noch nicht eingeschlossen und dennoch 1 Milliarde Menschen hungern?

Raps, Soja, Baumwolle, Mais wurden gentechnisch verändert. Rapsöl zur Biospritgewinnung, Soja und Mais als Tierfutter. Es geht um Ertrag und sonst gar nichts. Es sind unvorstellbar große Monokulturen entstanden und die „Produkte“ als Tierfutter nach Nordamerika und Europa geschifft. Meist frisst auch das „glückliche“ Schwein genmanipuliertes Futter. Das Szenario ohne weitreichende Studien haben wir also bereits jetzt.

Zur Bekämpfung des Welthungers haben die genannten Konzerne absolut nichts beigetragen. Im Gegenteil, man vertreibt ansässige Kleinbauern (nebst Naturzerstörung).

Fakt ist nun einmal, dass es andere Wege und Möglichkeiten gibt die Weltbevölkerung zu ernähren und diese Möglichkeiten sind bereits vorhanden. Aus Profitgier nutzt man Sie einfach nicht und schiebt falsche Gründe vor.

Man möchte einen Fehler gerade biegen in dem man den nächsten Fehler begeht? Das hat die Menschheit schon zu oft veranschaulicht, wenn die mutmaßliche Lösung eines Problems zu noch größeren Problemen führt, die zudem unvorhersehbar und nicht zu kalkulieren sind (Energie, Transport, etc.).

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