Im Reich der Berggorillas

Im Reich der Berggorillas

Virunga Nationalpark in Kongo

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Der Virunga Nationalpark, gelegen in der demokratischen Republik Kongo, angrenzend zu Uganda und Ruanda eines der letzten Rückzugsgebiete für die seltenen und stark bedrohten Berggorillas. Der Park erstreckt sich über 7.800 Quadratkilometer.

Doch auch im Schutzgebiet besteht ein Kampf zwischen Arten- und Naturschutz, wirtschaftlicher Interessen und noch teils Zuständen wie im Bürgerkrieg. Schätzungsweise sind in der Region etwa 8.000 Milizen unterwegs, schwer bewaffnet und größtenteils vollkommen rücksichtslos. Dem gegenüber stehen lediglich 600 Wildhüter. Seit Ende der 90er wurden bereits allein hier 160 Parkranger durch Angriffe der Milizen getötet. Der Beruf des Wildhüters im Virunga-Nationalpark ist wohl einer der gefährlichsten berufe der Welt. Dabei verteidigen die Ranger die unschätzbare Natur Ihrer Heimat und damit auch die Berggorillas, sowie weitere seltene und bedrohte Arten der Region.

Das Gebiet im und um den Park ist durchzogen von Gebirgen, Vulkanen, Lavafeldern, Savannen, Regenwald und Seen. Es bietet den Lebensraum für unzählige Arten wie Elefanten, Löwen, Flusspferde, Schimpansen und auch Okapis. Eine unvergleichliche Biodiversität mit unschätzbarem Wert für diese Erde. Und natürlich die Berggorillas, deren Verhalten nirgends so gut erforscht werden kann wie hier.

Die Herausforderungen dieses Naturjuwel zu schützen ist mindestens ebenso hoch. In der Region gab es mehrere Bürgerkriege und noch immer sind Milizen hier aktiv. Den Milizen geht es um die Kontrolle der Rohstoffe wie Coltan. Das Erz landet weltweit in Elektrogeräten wie unseren Smartphones oder auch Laptops. Hinzu kommt der illegale Holzhandel. Die Holzfäller zerstören immer mehr des Urwaldes und dringen immer weiter in das geschützte Gebiet vor.

Mit der Ausbeutung werden Waffen finanziert und Söldner bezahlt. Um dem entgegen zu wirken bilden ehemalige Elitesoldaten die Ranger zu paramilitärischen Truppen aus. Zu den Milizen kommen die Wilderer, die Tiere jagen. Hauptziel sind Waldantilopen, doch durch die Schlingfallen kommen auch andere Arten wie der Berggorilla ums Leben. Die Fallen sind so tückisch, dass selbst bei einer Befreiung verstümmelte Gliedmaßen bleiben oder die Tiere an Infektionen sterben. Das Aufspüren dieser Fallen ist eines der Hauptaufgaben der Ranger.

Zu guter Letzt kommt die heimische Bevölkerung mit etwa 4 Millionen, die um das Schutzgebiet lebt. Aufgrund der extremen Armut beteiligen sich die Menschen am illegalen Holzhandel. Etwa 97% der Menschen hier sind von Holzkohle abhängig, die Hälfte bezieht Holz aus dem Park. Dazu fehlt es der wachsenden Bevölkerung an Ackerflächen. Rein wirtschaftlich betrachtet bringt der Park der Bevölkerung zunächst Nachteile. Also muss eine Lösung gefunden werden den vermeintlich wirtschaftlichen Schaden auszugleichen um die Bevölkerung auf die Seite des Tier- und Naturschutzes zu ziehen.

Lichtblicke am Ende des Tunnels

Der Gorillasektor wird sehr gut geschützt, mehr als die Hälfte der Population befindet sich hier. Zudem ist die Population ein wenig gewachsen.

Tausende Jobs sollen durch den Nationalpark entstehen. Bis zum Jahr 2025 möchte man ganze 60.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Mittlerweile erkennen mehr Menschen, dass das intakte Gebiet und lebende Berggorillas mehr wert sind als tot. Ein vernünftiges und nachhaltiges Tourismusmanagement ist gefordert, die Touristen sind für das Überleben des Parks elementar wichtig. So können die Menschen vor Ort in die Entwicklung des Parks mit einbezogen werden.

Durch die Parkverwaltung werden die Menschen vor Ort zudem mit Bildungsangeboten gesundheitliche Fürsorge, ebenso bei der Bewirtschaftung von Feldern, Straßenausbesserung, Zugang zu Trinkwasser und Energiegewinnung unterstützt. Erneuerbare Energien spielen eine wichtige Rolle, der Nebeneffekt ist das Entgegenwirken der illegalen Abholzung. Am Rand des Parks bewirtschaften immer mehr Bauern Plantagen mit schnell wachsenden Baumarten. Sie liefern zur Energiegewinnung zusätzlich Holz.

Die Wildhüter werden ebenso immer schlagkräftiger. Die Bewerbungen für einen Posten als Ranger nehmen kontinuierlich zu. Sie sind Stolz zu wissen trotz aller Gefahren für Ihre Heimat und Ihr Erbe einzustehen.

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