Kakao

Ausbeutung und zerstörte Natur

nomadphotographs / fotolia.com
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Zum Frühstück ein Glas Kakao-Milch, ein Schokoriegel zwischendurch, Pralinen als Geschenk und eine Tafel Schokolade zum Abendfilm. Wir konsumieren Kakao in einigen Varianten.

Bedauerlicher Weise besteht wie in vielen weiteren Produkten fast kein Bewusstsein für Produkte, die wir konsumieren, oder woher die Rohstoffe kommen und unter welchen Bedingungen gearbeitet wird. Zudem einen Gedanken an die damit oftmals zerstörte Natur in Form von abgeholzten Regenwäldern denken, die unweigerlich etliche Tiere sterben lassen? Leider nein!

Auf Milch aus Massentierhaltung zur Verarbeitung vieler Schokoprodukte gehen wir hier nicht weiter ein.

Großkonzerne versprechen ebenso wie Politiker wieder viel und halten wenig bis nichts. Im Gegenteil, es wird stellenweise gefördert. Sinkende Preise durch bessere Ernte, auch aufgrund besserer Anbaumöglichkeiten lässt die Weltmarktpreise sinken, mit denen unsere Banken Profite generieren (von denen wir nichts sehen). Das Resultat sind schlimmste Armut und Kinderarbeit. In Ghana und der Elfenbeinküste arbeiten 2 Millionen Minderjährige. Fleischwunden, Verätzungen durch Pestizide, Rückenschäden, Schlangenbiss und so viel mehr.

Warum ist das so? Preiskampf. Eine Masse an Herstellern und Einzelhändler kommen mit Eigenmarken an den Markt. Konkurrenz belebt das Geschäft - Schwachsinn!

Zertifikate wie Fairtrade, UTZ, Rainforest Alliance sollen helfen. Besser ist es Produkte mit diesen Labeln zu kaufen, gut ist leider aber auch etwas Anderes. Garantierte Mindestpreise liegen dennoch unter dem Weltmarktpreis.

Nestle: Es wird wieder viel versprochen und fast nichts gehalten: Schulungen für die Bauern sind nichts weiter als Trainingsprogramme um noch effizienter zu arbeiten. Bedeutet: Mehr Ertrag und Weltmarkpreis fällt.

Eine Möglichkeit zur Besserung ist eine direkte Zusammenarbeit mit Kleinbauern,  Schulungen für Kleinbauern, die Möglichkeiten aufzeigen auch der Monokultur zu entgehen, für den Eigenkonsum anzubauen.

Hervorzuheben ist Tony`s Chocolonely - hier sollten sich Großkonzerne einmal ein Beispiel daran nehmen was möglich ist und auch die Verbraucher die Finger von dubiosen  Unternehmen wie Nestle zu lassen. Tony`s garantiert von Beginn eine langfristige (5 Jahre Minimum) Zusammenarbeit. Planungssicherheit für die Bauern. Es wird nur in Westafrika angebaut. Zum Weltmarktpreis gibt es Prämien on Top. Halba aus der Schweiz (Swiss Confisa), die im mittel- und südamerikanischen Raum anbauen lassen, agiert ähnlich. Es wird Biodiversität gefördert.

Wir können natürlich Großkonzerne und Politik verurteilen, wenn auch teils zu Recht, oder einfacher wäre einmal mehr sich selbst zu hinterfragen und ein Bewusstsein bezüglich seiner Verantwortung des Planeten und deren sowohl menschlichen als auch tierischen Bewohner zu entwickeln. Es sei denn euch ist es egal wie die Erde in 10-15 Jahren aussieht....

Zahlenspiele:

2016 importierte Deutschland 420.000 Tonnen Rohkakao

Der Wert 2016: 1,227 Milliarden Euro

50% der Importe kamen aus der Elfenbeinküste, 17% aus Nigeria, 15% aus Ghana

1.094.000 Tonnen Schokoladenprodukte wurden in Deutschland erzeugt (1975: 318.000 Tonnen)

60.000 Tonnen Trinkschokolade wurde zudem erzeugt

9,54 Kilogramm hat jeder Deutsche im Schnitt gegessen

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