Lebensmittel für die Tonne

Lebensmittel für die Tonne

Verantwortung für alle

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Es sind fast 1 Milliarde Menschen die Hunger leiden müssen. Nicht zuletzt sind die Konsumstaaten zu denen auch Deutschland gehört mit einer skrupellosen Ausbeutung, entweder direkt durch den Staat oder die Lebensmittelkonzerne verantwortlich. Auch hier ist der Verbraucher gefragt.

Umso perverser wenn man bedenkt, dass 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in jedem Jahr bei uns in Deutschland im Müll landen, wenn zeitgleich Menschen verhungern müssen. Dabei lässt es sich verhindern – durch bewusstere Ernährung und Einkaufsverhalten.

Nach einer Befragung von mehr als 1.000 Verbrauchern im Supermarkt erhält man eine erschreckende und paradoxe Erklärung, weshalb man bei bestimmten Produkten wie Obst, etc. zu größeren Mengen greift: Mehr als 70% gaben an, weil der Preis gerade so günstig ist. Auf die Frage weshalb man nicht zu nachhaltigeren Produkten greift bekommt man in gleicher Zahl die Antwort: Weil das so teuer ist. Bedenkt man, dass stolze 44% von gekauftem Obst und Gemüse im Müll landet, käme man sogar günstiger weg, wenn weniger und dafür nachhaltiger gekauft wird.

Zusätzlich würden enorme Mengen an Ressourcen gespart, was nicht nur Natur, Umwelt und Tier zu Gute kommt, sondern letzten Ende aus uns – und erneut den Geldbeutel entlastet.

Was landet in welcher Menge im Müll?

44% des gekauften Obst und Gemüse

20% an Back- und Teigwaren

8% Milchprodukte

12% Speisereste

7% Getränke

6% Fleisch und Fisch

3% Sonstiges

Es gibt natürlich noch viele weitere Gründe, weshalb die Lebensmittelverschwendung derartige Auswüchse erreicht hat.

Der Verbraucher ist auch bei weitem nicht der alleinige Schuldige. 60 Prozent der Lebensmittelverluste entstehen während der Wertschöpfungskette zwischen Produktion und Großverbraucher wie in der Landwirtschaft, Industrie, etc..

Die Gründe sind wie Eingangs erwähnt vielfältig. Hauptgrund ist oft, dass zu viel gekauft wird. Ebenso spielt die Lagerung allen voran bei Frischeprodukten, Obst und Gemüse eine große Rolle. Eine vernünftige Planung des Einkaufs kann bereits die erste Abhilfe schaffen. Hilfreich sind bei Familien Speisepläne für die Woche. Bei Produkten, die mit viel Inhalt oder günstigen Preisen sollte man sich die Frage stellen ob die Menge wirklich nötig ist. Schnell ist es dann mit dem vermeintlich günstigen Preis bereits gewesen.

Ebenso geht oft der Überblick verloren oder kennt Ihr die Verfallsgrenze eurer Produkte im Kühlschrank? Eine Liste kann hier helfen. Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht zeitgleich tödlich ab. Viele Lebensmittel landen trotz einwandfreier Qualität hierdurch in der Tonne. Riechen leistet meist schon ausreichend Abhilfe.

Viele der Produkte sind Monate über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus ohne Bedenken verwendbar.

Lediglich bei Frischfleisch und Fisch ist genau darauf zu achten, wobei hier eine andere Frage gestellt werden muss. Das ist hier aber nicht Thema.

Die Lagerung sollte ebenso bedacht werden. Was kommt in den Kühlschrank, was sollte luftdicht verstaut werden, etc..

Mangelnde Wertschätzung unserer Gesellschaft spielt eine weitere Rolle, leider bei den jüngeren Generationen. Mutti kauft ja wieder ein. Überall kann man zu lächerlichen Preisen „nachkaufen“.

Unser Leben ist im Grunde aber auch komplexer geworden. Beruflich als auch privat. Termine hier, Termine da. Sich auf etwas einzustellen fällt immer schwerer. Umso schöner wäre es doch gerade beim Punkt des Essen bewusster zu sein und hier auch die Wichtigkeit aber auch die Konsequenzen zu beachten. Es gibt wohl kaum etwas Wichtigeres als das Essen und Trinken, demnach sollte es in allen Punkten auch an oberster Priorität sein.

Effiziente Resteverwertung

Was Heute nicht gegessen wird, landet Morgen im Eintopf – oder so ähnlich. Mittlerweile gibt es spezielle Kochbücher wie „Zero waste kitchen“, die auf kreative Art die Essensreste vor der Tonne bewahren. Früher war das Alltag. Aus altem Brot wurden „arme Ritter“ gemacht. Nur eines der vielen Beispiele. Letzte Alternative: Als Tierfutter, sofern nichts verdorben ist. Foodsharingportale bieten ebenfalls Abhilfe.

Verantwortung

Industrie, Handel werden auch zu wenig in die Verantwortung gezogen. In der Landwirtschaft werden Unmengen Lebensmittel vernichtet, die nicht der „Norm“ entsprechen. Hinzu kommen Lebensmittel, die bei weiten Transportwegen oder schlechter Lagerung kaputt gehen. Ist allein die Verpackung beschädigt, kommt das „Produkt“ schon nicht mehr in den Handel. Überproduktionen um Engpässe zu verhindern sind ebenfalls Tagesordnung. Supermärkte nehmen oft auch Lebensmittel aus dem Handel, wenn das Haltbarkeitsdatum noch nicht ganz erreicht ist. In Restaurant landen die Reste auch direkt in der Tonne.

In Frankreich gibt es das Gesetz, dass größere Supermärkte kein Essen wegwerfen dürfen. Das Essen MUSS an Hilfsorganisationen gehen.

Ideen, Lösungen und auch Kreativität sind gefragt. Die Bäckerei Dietz/Buxtehude verwertet altes Brot in einer Schnapsbrennerei zu Brotbrand. Top. „Bio-Helden für Obst und Gemüse mit rein optischen Mängeln oder Foot Outlet für aussortierte Ware sind 2 leuchtende Beispiele.

Es geht – also einfach machen!

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