Namibia schützen

Tierwelt und Natur - ein wundervolles Land

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Ein wundervolles Land mit traumhafter Kulisse, Artenreichtum und den möglicherweise freundlichsten Menschen der Welt.

Aufgrund der Tatsache, dass wir mit nun 3 Organisationen in Namibia zusammenarbeiten möchten bzw. soweit es möglich ist (leider nicht viel) diese Organisationen unterstützen möchten, werden wir einen Schwerpunkt auf das Land und damit die Natur und Tierwelt, aber auch der Menschen in Namibia legen. Wünschenswert, wenn es nicht „nur“ bei Namibia bleibt oder noch besser natürlich ein Engagement überhaupt nicht nötig wäre.

Während meines privaten Urlaubs in Namibia habe ich die Zeit genutzt mir ein kleines Bild der Situation in Namibia bezüglich Tier und Naturschutz zu machen. Ich hatte die Gelegenheit mit Farmern, Rangern, den Menschen vor Ort und auch ansässigen Organisationen zu sprechen. Eine Konstante gab es in jedem Gespräch – Die Regierung. Ganz unglücklich scheint man insgesamt nicht zu sein, allerdings besteht im Tier- und Naturschutz, aber auch in Sachen Umweltschutz noch erheblich Potenzial.

Fangen wir mit den vermeintlich einfachen Dingen an: Plastik überall. Für jeden noch so kleinen Einkauf werden Plastiktüten verwendet. Zudem werden Getränkedosen, auch weiterer Müll sehr häufig einfach auf die Straße geworfen. Allerdings fehlt es auch oftmals an Alternativen. Viele Dörfern Ortschaften und Kleinstädte verfügen nicht einmal über ausreichend Entsorgungsmöglichkeiten. Zudem wird Müll entweder gar nicht abgeholt oder zumindest unzureichend, was auch teils den Straßenverhältnissen geschuldet ist. Kein Geld zur Verfügung lautet es offiziell. Zumindest an den Bundesstraßen gibt es ausreichend kleine Rastplätze mit Mülltonnen (allerdings sind auch diese Tonnen teils überfüllt). Hier trägt der Tourist eine Mitschuld.

Die Situation im Nationalpark Etosha scheint stabil, dennoch kaum zu glauben, dass regelmäßig auch hier Tier illegal erlegt werden. Es wird an den Ein- und Ausgangstoren schlicht zu wenig und schlecht kontrolliert. Hinzu kommt der Erfahrungsbericht, dass sich auch mal ein Ranger bestechen lassen soll. Der Park ist gigantisch und lässt sich innerhalb der Grenzen kaum überwachen.

Schwierig wird es auch mit den vielen Farmen. Der Großteil des Landes ist privates Farmland, auf denen durchaus häufig und völlig legal Jagd angeboten wird – auch auf bedrohte Tierarten wie Löwen und Leoparden. Im Gespräch war ich unter anderem mit einem Farmer, dessen Grund nahe des Nationalparks liegt. Sämtliche Wildtiere haben grundlegend wenig Probleme den Park Richtung Farmland zu verlassen. Raubtiere finden in Schafen und Rinder sehr leichte Beute und kommen deshalb auch gerne an den „gedeckten Tisch“ zurück. Dann sind es sogenannte Problemtiere und die Farmer stehen ziemlich allein mit dem Problem dar. Die Regierung genehmigt den Abschuss dieser Tiere. Das wollen aber viele Farmer gar nicht. Die Tiere in den Park zu bringen nutzt nichts, da die Tiere mit Leichtigkeit immer wieder zurück finden. Da das Geld für ausreichend Schutz der eigenen Tiere offensichtlich fehlt, haben die Farmer kaum eine Wahl, wenn Sie Ihre eigene Existenz nicht aufgeben möchten. Eine Entlohnung für getötete eigene Tiere gibt es zu wenig bis gar nicht. Eine Farmer fangen daher die Tiere ein und haben ein privates Wildtierreservat oder Gehege. Allerdings decken die Einnahmen gerade einmal die Kosten, wenn ich mir die offiziellen Bilanzen ansehe. Da ich mir den Besucherzustrom angesehen habe, sind die Zahlen glaubwürdig aus meiner Sicht.

Die Regierung müsste etwas mehr machen, keine Frage. Der Druck seitens EU ist allerdings ohne Zweifel enorm, daher sollte man sich in unseren Landen die Frage stellen wie man wirklich effizient helfen kann. Seitens der unserer Regierungen wäre in der Tat die beste Hilfe sich aus den Belangen der Staaten raus zu halten und einfach aufhört die Länder auszubeuten um dann nicht Hilfspakete vorheuchelt, die Aufgrund des eigenen Handels überhaupt erst notwendig werden.

Fazit: Probleme an allen Ecken und Enden. Aber: Leicht lösbare Probleme und das mit für europäische Verhältnisse nahe zu lächerlichem Aufwand. Aufgrund des enormen Potenzials auch künftig Naturparadiese zu erhalten in denen Mensch und Natur zusammen leben können möchten wir Engagement in Namibia zeigen und unser Möglichstes geben. Nicht „nur“ für Tier und Natur, sondern auch für die Menschen vor Ort – denn diese sind der Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg.

Mit den Bushmen (San) unterwegs in Namibias Wildnis

Während meines Aufenthaltes in Namibia habe ich unseren neuen Kooperationspartner Nanofasa besucht und konnte mit den „little Hunter“ im wirklich wilden Teil Namibias tolle Erfahrungen machen.

In meinem Camp war ich 4 Nächte „allein“. Allerdings besuchten mich Hyänen, Wildhunde, eine Giraffe, ein Strauss, unzählige Antilopenarten, Eidechsen, eine schwarze Mamba und einige Tiere mehr.

Leider ist die sogenannte Zivilisation auch hier nicht vorbei gegangen. Man darf sich allerdings die Frage stellen, ob es gut ist. Viel mehr wird deutlich, dass unsere Ansichten von Zivilisation, Wohlstand oder gar Luxus völlig falsch bewertet werden. Die San sind „arm“ an materiellen Dingen. Das war es aber auch schon. Sie wissen zu schätzen was Sie haben, sind auch ohne nutzlose Konsumgüter glücklich und zufrieden bzw. sind zufrieden mit Allem was Sie bekommen. Das fehlt unserer „zivilisierten Kultur“ völlig. Es wird deutlich, dass wir in unserer Konsumwelt schlicht versklavt und abhängig gemacht werden und einfach nur der falsche Eindruck von Wohlstand vermittelt wird. Stress, Druck, Zeitmangel – kennen die bushmen nicht!

Gelernt habe ich allerdings nicht nur philosophische Dinge, sondern auch praktische Dinge. Als „Nicht Fleisch Esser“ nutzt mir mein gewonnenes Geschick mit Pfeil und Bogen, sowie Fallen stellen nicht wirklich, aber die Erfahrung, die Möglichkeit mit diesem wunderbaren Volk 4 Tage zu verbringen ist unbezahlbar und für jeden im Afrikaurlaub ein „must have“.

2 Tage durch den afrikanischen Busch mit den San. Spuren lesen, Tierbeobachtungen (unglaublich welche Seeschärfe die San haben), Fallen stellen mit unfassbarem Geschick. Ein tiefer Einblick in die Lebensweise. Sie können exakt bestimmen wo, wann und welches Tier auch welche Zentimeter genauen Routen nehmen wird. Ich konnte es zuerst nicht glauben, wurde dann eines Besseren belehrt.

Zu guter Letzt die Freundlichkeit, Herzlichkeit, der Zusammenhalt, das Miteinander, welches einen selbst in den Bann zieht. Derart viele positive Attribute, die uns hier abgehen.

Wir sollten schnellst möglich uns die Lebenseinstellung ansehen und wieder lernen. Es bleibt wirklich die Frage: Wer ist eigentlich wirklich zivilisiert in dieser Welt?

Somit werden wir die Arbeit vor Ort soweit möglich unterstützen und die Zusammenarbeit mit dem Nanofasa Conversation Trust eingehen. Für den Erhalt der Traditionen und einer einzigartigen Kultur und Lebensweise.

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