Ökologischer Fußabdruck

Ökologischer Fußabdruck

Was genau ist das?

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Unter dem ökologischen Fußabdruck wird die Fläche auf der Erde verstanden, die notwendig ist, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen (unter den heutigen Produktionsbedingungen) dauerhaft zu ermöglichen. Er wird als Nachhaltigkeitsindikator bezeichnet. Das schließt Flächen ein, die zur Produktion von Kleidung und Nahrung oder zur Bereitstellung von Energie benötigt werden, aber z. B. auch zur Entsorgung von Müll oder zum Binden des durch menschliche Aktivitäten freigesetzten Kohlenstoffdioxids.

Das Konzept wurde 1994 von Mathis Wackernagel und William Rees entwickelt. 2003 wurde von Wackernagel das Global Footprint Network gegründet, das u. a. von der Nobelpreisträgerin Wangari Maathai, dem Gründer des Worldwatch Institute Lester R. Brown und Ernst Ulrich von Weizsäcker unterstützt wird.

Der ökologische Fußabdruck wird häufig verwendet, um im Zusammenhang mit dem Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung auf gesellschaftliche und individuelle Nachhaltigkeitsdefizite hinzuweisen – abhängig davon, ob ein Mensch seine ökologische Reserve in ein Ökodefizit verwandelt.

Die Fruchtbarkeit von Böden auf der Erde ist nicht gleichverteilt. Berge und Wüsten sind naturgemäß weniger fruchtbar als Wiesen oder bewirtschaftete Äcker. Daher würde der normale Hektar eine falsche Wahrnehmung vermitteln. Um den ökologischen Fußabdruck von unterschiedlichen Ländern oder diversen anderen Gebieten miteinander vergleichen zu können, werden die Werte in Globalen Hektar pro Person und Jahr angegeben. Die Einheit trägt meistens die Abkürzung „gha“. Der Globale Hektar entspricht einem Hektar durchschnittlicher biologischer Produktivität weltweit.

Um herauszufinden, inwieweit der eigene aktuelle Lebensstandard oder zum Beispiel das Wirtschaften eines Unternehmens bereits ökologisch und sozial verträglich gestaltet ist, wurde 1994 das Konpzept des "Ökologischen Fußabdrucks" von William E. Rees und Mathis Wackernagel entwickelt. Der ökologische Fußabdruck ist ein Bild das für unseren Ressourcenverbrauch steht. Er bezieht sich auf die Leistungsfähigkeit des Systems Erde und sagt aus, wieviel Biokapazität gemessen in Hektar bereitgestellt werden muß, um die Ressourcen für eine Nation, eine Region, eine Stadt, einen Haushalt, ein Unternehmen oder eine Person bereitzustellen und ihre Abfälle aufzunehmen. Damit fungiert der ökologische Fußabdruck als ein Indikator der Nachhaltigkeit, oder Nicht-Nachhaltigkeit im Falle ökologischer Defizite. Damit eine nachhaltige Entwicklung vorangetrieben wird, ist es wichtig, dass auch jedes einzelne Unternehmen bzw. jede einzelne Kommune, Stadt den Lebensstandard ökologisch und sozial verträglich gestaltet.

Verschiedene Kalkulatoren für die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks

Verschiedene Organisationen haben Kalkulatoren für die Berechnung des ökologischen Fussabdruck von Regionen, Kommunen, Haushalte, Unternehmen oder Einzelpersonen entwickelt.

Global Foodprint, Footprint Deutschland, WWF Schweit, etc.

Der Schweizer WWF bietet einen Online Rechner zum ökologischen Fussabdruck auf deutsch, französisch und italienisch. Aus der Presseerklärung des WWF:"Wäre der Schweizer Fussabdruck Standard, würden wir rund 2.6 Planeten benötigen, um unsere Bedürfnisse zu decken. In China liegt der Durchschnitt bei 0.9 Planeten, in Bangladesh bei 0.3. Trauriger Spitzenreiter sind die USA mit fast 6 Planeten. Der weltweite Durchschnitt liegt derzeit bei 1.35 Planeten. Fazit: Eigentlich müssten wir bereits jetzt auf den Mond expandieren."

Die Berechnung des Ökologischen Fußabdrucks nach dem WWF-Modell ist jedoch nicht unumstritten.

Stattdessen wird eine andere Art der Berechnung, basierend auf technologisch machbaren erneuerbaren Energiequellen (anstelle von lediglich Wald) vorgeschlagen. Der gesamte Bericht lautet: "Assessing the Ecological Footprint. A look at the WWF's Living Planet Report 2002". Allerdings sind das IMV und sein Gründer, Bjørn Lomborg, selbst auch in der Kritik. Die Regierung hatte ein Panel aus fünf skandinavischen Akademikern beauftragt, eine externe, unabhängige Evaluation einiger umstrittener Berichte des Instituts vorzunehmen, darunter auch der zum ökologischen Fußabdruck, und sie kamen zu dem Schluss, dass alle Berichte oder Methoden mehr oder weniger fehlerbehaftet sind.

Genuine Progress Indicator

Der Genuine Progress Indicator ist Indikator für die Wirtschaftsleistung eines Landes und damit ein Gegenkonzept zum BIP. Er berechnet, ob das Wirtschaftswachstum und damit die gesteigerte Produktion etc. auch zu einem gesteigerten Wohlstand der Gesellschaft geführt haben und relativiert die Wirtschaftsleistung um diesen Wert. Dabei fliessen die Berechnungen des ökologischen Fussabducks eines Landes indirekt in die Berechnung des "GPI" ein, da davon ausgegangen wird, dass eine Umweltstädigung durch zu großen Lebensstandard auf Dauer den Wohlstand und die Lebensqualität der Gesellschaft negativ beeinflussen kann.

My Footprint

Vom Center for Sustainalbe Economy wird ein Rechner angeboten, auf dem der Einzelne seinen ökologischen Fußabdruck berechnen kann (nach dem Modell des Redefining Progress).

Die Komponenten, die in die Berechnung eingehen, beinhalten:

•   Getreideproduktion und -verbrauch (Growing Crops)

•   Weidevieh und Fleischverbrauch (Grazing Animals)

•   Verbrauch an Bauholz (Harvesting Timber)

•   Fang und Verbrauch von Fisch (Catching Fish)

•   Bedarf an Infrastruktur (Accommodating Infrastructure)

•   Aufnahme von CO2-Emissionen (Absorbing Carbon Dioxide Emissions)

Am Ende erhält der Teilnehmer eine Zahl, die sich aus vier globalen Kategorien addiert:

•   Nahrung

•   Mobilität

•   Haus und Heim

•   Güter und Dienstleistungen

Die Zahl, die der Teilnehmer erhält - z.B. 6,4 - wird mit dem Durchschnitt seines Landes verglichen.

Footprint der Nationen

Der ökologische Fußabdruck für Länder ist so etwas wie ein Buchhaltungsssystem für die natürlichen Ressourcen eines Landes und soll den Ländern helfen, den Umgang mit ihren und den weltweiten Ressourcen nachhaltiger zu gestalten.

Seit den 70er Jahren lebt die Menschheit über ihre Verhältnisse. Sie verbraucht jedes Jahr mehr Ressourcen, als die Erde jährlich bereitstellen kann. Errechne deinen Ökologischen Fußabdruck: Wie viel Fläche der Erde verbrauchst du für deinen momentanen Lebensstil?

Jedes Jahr findet der "Earth Overshoot Day" statt, der "Tag der ökologischen Überschuldung". Dieser Tag ist mehr als eine statistische Fußnote: ab diesem Datum bis zum Ende des Jahres leben wir aus ökologischer Sicht über unsere Verhältnisse und verbrauchen mehr Ressourcen, als die Erde produzieren kann. Eigentlich sollte der Overshoot Day mit dem Ende eines Jahres zusammenfallen - doch aktuell findet er immer bereits Ende August statt. Das bedeutet: eigentlich bräuchten wir 1,4 Erden!

Und wie sieht es mit deinem Fußabdruck aus?

Es gibt zwei aussagekräftige Modelle, die den Lebensstil darstellen: den Ökologischen Fußabdruck und den CO2-Fußabdruck/CO2-Footprint. Beide testen dein Konsumverhalten in den Bereichen Warmwasser und Strom, Sprit, Fleisch, Flugreisen etc..

Errechne deinen Ökologischen Fußabdruck

Der Ökologischer Fußabdruck ist ein komplexer Nachhaltigkeitsindikator: alle natürlichen Rohstoffe, die wir zum Essen, Wohnen, Reisen, etc. verbrauchen, benötigen Platz zum Nachwachsen auf unserem Planeten. Ebenso braucht die Natur Ressourcen, um unsere Abfälle abzubauen (z.B. Wälder, um das CO2  zu binden). Der ökologische Fußabdruck errechnet, wie viel Fläche wir für unseren aktuellen Lebensstil beanspruchen.

Folgende Organisationen stellen entsprechende aussagekräftige Rechner zu Verfügung:

  • WWF Schweiz
  • Der BUNDJugend hat einen Rechner erstellt, damit du herausfinden kannst, ob dein Fuß noch auf die Erde passt und liefert informative Ökotipps gleich mit dazu.
  • Mein Fußabdruck: Der Rechner wurde auf Initiative des Lebensministeriums gestartet, um Menschen die Möglichkeit zu geben, ihren persönlichen Footprint zu ermitteln. Die Umsetzung erfolgte mit wissenschaftlicher Unterstützung (Institut für soziale Ökologie) und Begleitung von Umweltexperten der Plattform Footprint.
  • Brot für die Welt hat auch einen Rechner herausgebracht, mit dem du in 13 einfachen Fragen deinen Fußabdruck schätzen kannst und Tipps für einen fairen Fußabdruck erhältst

Der CO2-Footprint und wie er bei mir aussieht

Was verstehen wir unter dem CO2 Footprint -  Damit ist die Menge des Treibhausgases CO2 gemeint, die ein Mensch durch Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsum erzeugt. Insgesamt werden weltweit jährlich knapp 25 Milliarden Tonnen des Treibhausgases freigesetzt - Tendenz steigend! Das ist eine gewaltige Belastung für unser Klima und trägt nach Ansicht der meisten Wissenschaftler sehr wesentlich zur Erwärmung der Erdatmosphäre bei.

Die verschiedenen CO2 Rechner geben dir eine Antwort auf die Frage, wieviele CO2 du mit deinen momentanen Lebensstil produzierst. Dabei werden unterschiedliche Statistiken verwendet, um deinen persönlichen Wert zu ermitteln.

Folgende Rechner stehen hier zu Verfügung:

Der CO2-Rechner von klimaktiv.

Ich und CO2

ecogood

Der Wasser-Fussabdruck

Auch Wasser verbrauchen wir nicht nur, wenn wir den Wasserhahn aufdrehen, Wäsche waschen oder die Klospülung drücken. Deinen persönlichen Wasser-Fußabdruck kannst du mit einem Rechner auf der Seite des Water Footprint Networks ermitteln. Denn auch beim Wasser gilt, dass du durch bewussten Konsum eine Menge indirektes Wasser sparen kannst und darüber hinaus die Entstehung von so genanntem "grauem Wasser" vermeidest - also Wasser, dass während der Herstellung eines Produkts verschmutzt wird.

www.fussabdruck.de

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