Tiere im Krieg

Krieg und die Folgen für Tiere

© Oleg Znamenskiy

Es scheint viele Hintergründe für Krieg zu geben, am Ende sind die tatsächlichen Gründe immer Gier und Macht. Die Folgen sind schrecklich, es gibt Tote und Verletzte, zerstörte Städte, zerstörte Heimat, Familien werden zerstört.

Wir möchten ein Blick auf die oftmals vergessenen Leidtragenden werfen – Tiere. Ob Haustier oder Wildtier, das Leid und die Folgen sind nicht minder groß als bei uns Menschen. Meist sogar schlimmer. Da in vielen Kriegen die Infrastruktur und damit die Versorgung zerstört ist, wird gezielt jagt auf Tier für den eigenen Nahrungsbedarf gemacht. Hier wird keine Rücksicht genommen, ob es sich um eine Katze, eine aussterbende Art oder sonst etwas genommen.

Haustiere und auch Zootiere werden in dem undurchschaubaren Chaos meist zurück gelassen, eingesperrt und ohne Nahrung und Wasser. Etliche Haustiere sterben durch die direkten Einflüsse, die anderen Tiere verenden kümmerlich eingesperrt. Sie verdursten oder verhungern.

Andere Tiere werden zu menschlichen Zwecken missbraucht – zum suchen von Minen, teils mit Sprengkörpern versehen und unendlich viel mehr.

Mehr als ausreichend Gründe um sich auch mit den nichtmenschlichen Opfern der sinnlosen Kriege einer gierigen und unbelehrbaren Spezies zu beschäftigen.

Syrien, Irak, Gaza und die vielen weiteren Brennpunkte. Die Menschen fliehen vor Krieg und Terror und lassen Ihre Haustiere zurück. Ebenso verbleiben die Tiere in Zoos und Tierparks schutzlos zwischen den Fronten. Sie werden zum Sterben zurück gelassen.

Doch es gibt Menschen und Organisationen, die sich genau diesen Tieren annehmen. Sich dafür selbst in höchste Gefahr begeben um die Tiere zu retten und Ihnen eine Chance zu geben. Hervorzuheben ist sicherlich die Organisation 4 Pfoten, die sich in Ihrem unermüdlichen Einsatz für wirklich nichts zu schade ist. Einer der bekanntesten Einsätze war in Mossul. 4 Pfoten sah sich einem völlig zerstörtem Zoo entgegen. Die Tiere waren fast alle verhungert oder starben durch die Angriffe.

Doch es gab auch 2 entkräftete Überlebende – Die Bärin Lula und der Löwe Simba. Nach einer tagelangen Reise und zudem noch schier unüberwindbaren Bürokratiewahnsinn wurden die 2 Überlebenskünstler in Sicherheit gebracht. In Amman, Jordanien erholen sich die Bärin und der Löwe.

Die Videos auf denen die Bärin Lula das erste mal Gras unter den Füßen hat und ausgiebig im Wasser plantscht sprechen Bände.

In einem Vergnügungspark nahe Aleppo wurden eine schwangere Löwin, 2 Tiger, 2 Schwarzbären, 2 Hyänen und 6 weitere Tiere gerettet.

In Gaza, dem Younis Zoo wurden 15 überlebende Insassen gerettet. Auch als schrecklichster Zoo der Welt bekannt. Hier spielte der indirekte Einfluss der Kriegsereignisse die große Rolle.

Eine der bekanntesten Areale für Tiere aus solchen Situationen ist der Lion`s Rock in Südafrika.

Selbst starke Dürren und Naturkatastrophen machen den Wildtieren weniger zu schaffen als Kriege. Die Populationen werden sehr stark dezimiert. Direkte Kampfhandlungen wie Bomben, Streufeuer sind nur eine Gefahr. Hinzu kommen durch Hunger getriebene Jagden auf die Tiere. Ebenso wird Jagd auf diverse Tiere aufgrund der Finanzierung gemacht. Elfenbeinhandel, Knochen, oder auch Trophäen werden hier verkauft um an Geld zu gelangen.

Neben Wild- und Zootieren leiden natürlich auch Nutz- und Haustiere unter den Kampfhandlungen und deren Folgen. Sie sind die weiteren unschuldigen Opfer der Kriege. Ebenso zurück gelassen und mit kaum einem Wort in den Nachrichten erwähnt. In allen Belangen vergessen. Die Tiere, die aus Ihrem „Gefängnis“ entkommen konnten, laufen meist hilflos durch die Trümmer auf der Suche nach einem Zuhause und kämpfen ums Überleben.

Nicht weniger traumatisiert als wir Menschen, im Gegenteil: Sie wissen nicht einmal was passiert ist und warum. Ihre letzte Chance sind engagierte Tierschutzorganisationen. In Aleppo haben die Welttierschutzgesellschaft und der Partner Il Gattaro d `Aleppo zumindest eine kleine medizinische Versorgung aufgebaut und riskieren Ihr eigenes Leben für den Einsatz.

Ich kann vor kaum Jemandem mehr Achtung und Respekt haben, als vor den Menschen die sich an solchen Orten für Tiere einsetzen. Darum an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank an jeden einzelnen Tierschützer, der sich hier einsetzt.

Ich habe von dem Tierarzt Dr. Mohammad Youssef gelesen, der in Aleppo aktiv ist, jeden Tag 100 Kilometer fährt um in Aleppo zu helfen. Vermutlich der einzige Tierarzt in Aleppo. Esel, Kühe, Katzen, Hunde – Er versorgt soweit es möglich ist jedes in Not geratene Tier. Ein weiterer Tierschützer ist Mohammad Alaa Aljaleel, der sich um Straßenkatzen und verwaiste Tiere kümmert. Er kümmert sich um etwa 150 Katzen in der Region. Die Organisation Frieden für Pfoten ist hier vor Ort und unterstützt die unermüdlichen Helfer. Wie wäre es hier einmal mit dem Friedensnobelpreis und nicht für diejenige, die selbst für die Massaker verantwortlich sind?

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