Waldverlust wegen Papier

Waldverlust wegen Papier

Woher kommt unser Papier?

© dth48

In der heutigen Zeit, in der immer mehr Post per E-Mail anstelle der klassischen Post versendet wird, Präsentationen nicht mehr ausgedruckt werden, sondern am Computer vorgeführt und Versicherungsverträge online anstelle des klassischen Papierantrags gestellt werden, könnte man glauben, dass hierdurch der Papierverbrauch abnehmen könnte. Wir leben in einer Welt, in der Papier in vielen Teilen unseres täglichen Lebens unnütz ist. Doch weit gefehlt, der gesamte Papierverbrauch steigt stetig weiter.

Eine der Hauptgründe ist der Online-Handel. Jedes Jahr werden immer mehr Pakete rund um die Welt geschickt. Wurden im Jahr 1984 noch etwa 4,4 Millionen Tonnen Verpackungen verbraucht, so waren es in 2015 bereits 9,5 Millionen Tonnen. Mit Recyclingpapier wird zwar ein Teil abgedeckt, allerdings reicht das bei weitem nicht aus. Zudem lässt sich mit Papier auch nur begrenzt Recycling betreiben. Die Tendenz lässt sich gut im Altpapierhandel beobachten - Altpapier wird immer wertvoller. Also muss Primärfaserpapier herhalten und hierfür verschwinden die Wälder in Europa bis in die ganze Welt.

Das Thema des nachhaltigen und umweltbewussten Umgang mit Papier scheint auch völlig aus den Köpfen verschwunden zu sein. Kaum Jemand kann sagen welche Mengen an Papier wir tatsächlich verbrauchen. Mit gut 250 Kilogramm Papier pro Kopf haben wir in Deutschland den zweithöchsten Pro-Kopf-Verbrauch der Welt.

Woher kommt das Papier?

Fragt man die Menschen wird nochmals deutlich wie weit dieses Thema wider von den Menschen entfernt ist. Die Wenigsten können sagen woher das Papier stammt und sind umso mehr verwundert, wenn Sie erfahren, dass wir mehr Papier aus Schweden beziehen als aus Deutschland selbst. Schweden ist der drittgrößte Exporteur der Welt.

Die schwedischen Wälder leidern natürlich darunter. Das Bild der intakten großen schwedischen Waldgebiete ist in weite Ferne gerückt und fast nichts mehr davon übrig. Uter Schutz stehen nur knapp 5 Prozent der Wälder. Das Resultat: Es erfolgt überall Kahlschlag mit Wiederaufforstung, die dem natürlichen Bild völlig widerspricht. Somit sind die daranhängenden Ökosysteme mehr als bedroht. Die ehemals vorkommenden Arten verschwinden und sind zusätzlich bedroht.

Die Gier nach Geld und mangelnde Weitsicht lassenKamopagnen und Diskussionen schnell verpuffen. 2000 Hektar ursprüngliche Naturwaldflähen fallen jedes Jahr den Kettensägen zum Opfer und mit Ihnen auch unzählige Arten.

Der Großteil der ursprünglichen Wälder ist bereits verloren. Stattdessen gibt es monokulturelle Wälder aus Fichten oder Kiefernwälder. Über 2000 Tier- und Pflanzenarten sind durch die massiven Rodungen bedroht.

Hoffnug machen Initiativen von Robin Wood und der schwedischen Organisation Skyddaskogen - Protect the Forest. Hier wurde ein Bündnis geschaffen, welches Unternehmen, die ein wenig mehr Weitsicht besitzen einschliessen um die Diskussion neu zu entfachen und mehr Druck auszuüben. So hat man es bereits erreicht, dass mehr als 70 zertifizierte Unternehmen der Hauptabnahmeländer sich dem Bündnis angeschlossen haben und sich stark für nachhaltige Forstwirtschaft und den Schutz der ursprünglichen Wälder machen. Ebenso beteiligt is die Tourismus branchen, die natürlich Interesse daran hat, dass die Wälder intakt bleiben und nicht Ihre EInzigartigkeit verlieren.

Ein weiteres Problem stellt allerdings dar, dass es keine Erfassung der Artenvielfalt in den Wäldern gibt. So können die Forstwirtschaftsbetriebe munter roden ohne, dass es Einwände bezüglich geschützter Arten gibt.

Unterm Strich bleibt, dass dank Robin Wood und Protect the Forest die Problematik in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist und dadurch der Druck auf Politik und Unternehmen steigt, nicht zuletzt da sich wie erwähnt auch viele Unternehmen dem angeschlossen haben.

Auch wir können einen kleinen Beitrag leisten: Wieder ein Bewusstsein für den eigenen Papierverbrauch schaffen. Einen Brief eher per email anstelle des Postweges versenden. Weniger Online-Shopping. Darum werden auch wir Amazon wieder streichen. Erhaltene Briefe, etc. als Einkaufszettel, Schmierzettel nutzen und so weiter.

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