Verletzte Wildtiere gefunden

Verletzte Wildtiere gefunden

Was tun?

Photohunter / fotolia.com

Gleich zu Beginn ist zu sagen, dass wenn man sich nicht wirklich sicher ist, sofort fachkundigen Rat bei der Nothilfe suchen. In den meisten Fällen benötigen Jungtiere keine Hilfe, denn die Eltern sind in der Nähe.

Also gilt, wenn keine Verletzungen erkennbar sind auf sicheren Abstand gehen und die Situation beobachten, bzw. sich entfernen und nach einiger Zeit nach dem „Rechten“ sehen.

Rechtliches: Was ist erlaubt?

Wildtiere – also Tiere, die nicht in menschlicher Obhut leben – sind herrenlos. Sie gehören  niemandem. Alle unterliegen dem Tierschutzrecht, je nach Art aber auch anderen Bestimmungen wie zum Beispiel dem Jagd- und / oder Naturschutzrecht. Grundsätzlich darf man „...vorbehaltlich jagdrechtlicher Vorschriften..., verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufnehmen, um sie gesund zu pflegen. Die Tiere sind unverzüglich freizulassen, sobald sie sich selbständig erhalten können.“ (§ 45 (5) Bundesnaturschutzgesetz). Unter das Jagdrecht fallen beispielsweise Füchse, Reh- und Schwarzwild (Wildschweine), Feldhasen, Waschbären, Dachse, Marder, Nutrias und Wildkaninchen, aber auch Wildenten und –gänse sowie fast alle Greifvögel und

Falken. Wenn Sie verletzte, tote oder verwaiste Wildtiere an sich nehmen, die dem Jagdrecht unterliegen, müssen Sie dies unverzüglich dem zuständigen Jäger oder der örtlichen Polizeidienststelle melden, ansonsten machen Sie sich der Wilderei strafbar.Derjenige, der das Tier der Natur entnimmt, ist zu der Meldung verpflichtet, nicht etwa ein behandelnder Tierarzt oder eine Stelle, bei der das Tier abgegeben wird.

Wildkaninchen wie auch Wildschweine dürfen nach der Aufnahme in menschlicher Obhut nach dem Bundesjagdgesetz nicht wieder ausgesetzt werden (§ 28 Bundesjagdgesetz).

Notsituation die keine sind

Junge Amseln verlassen das Nest noch vor der Flugfähigkeit und verteilen sich, damit ein Räuber nicht die komplette Brut tötet. Die Elterntiere sind in der Nähe und werden wie bei anderen Vögel auch am Boden gefüttert. Oft steckt nur der erste gescheiterte Flugversuch dahinter. Auch hier: Beobachten, Hilfe im Zweifel rufen.

Bei Rehkitzen und Feldhasen verharren die Jungtiere. Unbedingt Hände weg, das Muttertier verstößt beim Geruch nach Menschen das Jungtier, welche keine Überlebenschance mehr hat! Die Tiere selbst aufzuziehen ist extrem schwierig und ist sehr oft mit dem Scheitern verurteilt.

Bei Wildschweinen gilt aus eigener Sicherheit – nicht zu nahe kommen. Wildschweine verstehen keinen Spaß wenn es um Ihre Jungen geht und zeigen das mit aller Deutlichkeit. Die Mutter ist in der Nähe und geht wieder zu Ihrem Jungen, wenn der Mensch weg ist, oder der Mensch zu nah kommt....:-)

Bei Igel wird es etwas schwieriger. Igel kommen gut über den Winter, wenn Sie 500 Gramm und mehr an Gewicht haben. Das ist allerdings schwer einzuschätzen. Hier kann man Katzenfutter bereit stellen ohne das Tier aufzunehmen. Wieder gilt: Bei Verletzungen den Notdienst rufen, bzw. den örtlichen Tierarzt anrufen. Wildtiere werden bei den meisten Ärzten kostenfrei behandelt.

Generell: Situation gesehen, nicht voreilig eingreifen. Abwarten, Stelle erneut aufsuchen und im Zweifel Hilfe rufen. Verletzte Tiere in jedem Fall melden.

Verkehrsunfälle mit Wildtieren

Bei Unfällen mit Wild muss der zuständige Jagdausübungsberechtigte oder die Polizei umgehend informiert werden. Sie dürfen das an- oder totgefahrene Tier nicht mitnehmen oder verletzte Tiere eigenständig suchen! Eine Wildunfallbescheinigung erhalten Sie durch den Jagdausübungsberechtigten bzw. von der zuständigen Polizeidienststelle.

Zurück

Life For Nature | Stiftung für Tierschutz, Natur und Umwelt | 06147-204823 |
© 2018 | Datenschutz | Impressum